Bund der Pfalzfreunde
Bald nach Kriegsende bemühte sich Bayern, den unter französischer Besatzung stehenden ehemaligen achten bayerischen Regierungsbezirk – die Pfalz – wieder in den Freistaat zu integrieren.
Zu diesem Zweck gründeten bayerische Landtagsabgeordnete und Mitglieder der Staatsregierung 1950 den Bund der Pfalzfreunde in Bayern. Traditionell übernimmt die Präsidentin oder der Präsident des Bayerischen Landtags den Vorsitz des Bundes.
Im Volksbegehren von 1956 zeigten sie Pfälzer zu wenig Interesse an einer Rückkehr zu Bayern. Seither pflegt der Bund der Pfalzfreunde die historisch gewachsenen Beziehungen zur Pfalz.
Er verleiht an Persönlichkeiten, die sich um die Pflege dieser Beziehungen besonders verdient gemacht haben, die Hofenfels-Medaille und zeichnet junge pfälzische oder bayerische Künstlerinnen und Künstler mit dem Mannlich-Kunstpreis aus. 2014 wurde der Kurfürst-Karl-Theodor-Preis für herausragende, wissenschaftliche Abschlussarbeiten zum Thema Bayern und Pfalz ausgelobt.




Als im Jahr 1214 der Bayernherzog Otto mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt worden war, nahm er den Pfälzer Löwen in sein Wappen auf. Der goldene Löwe auf schwarzem Grund verdrängte das bis dahin geführte Wappenbild der Grafen von Scheyern. Knappe 40 Jahre später kamen durch das an Bayern gefallene Erbe der Grafschaft Bogen die weiß-blauen Rauten hinzu. Seitdem zierten Löwe und Rauten das Wappen der Wittelsbacher und so blieb es auch, als Kaiser Ludwig der Bayer 1329 im Hausvertrag von Pavia die Wittelsbachischen Länder aufteilte und damit eine bayerische und eine Pfälzer Linie des Hauses Wittelsbach schuf. Seither gingen Bayern und die Pfalz getrennte Wege, bis in München 1777 Kurfürst Maximilian III. Joseph, der letzte Kurfürst aus der altbayerischen Linie, ohne Erben starb und aufgrund des Hausvertrags von Pavia der Pfälzer Karl Theodor Kurfürst von Pfalzbayern wurde.

Die Werbepostkarte des Landesverbandes der Pfälzer in Bayern von 1956 zeigt die berühmte Statue der Bavaria und die bayerische Ruhmeshalle, kombiniert mit dem Speyerer Dom und den drei Anhöhen der Pfälzer Haardt, mit den Burgen Trifels, Anebos und Scharfenberg bei Annweiler. Das Motto „Bayern ruft die Pfalz“ weist auf die Regierungserklärung des Bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner (SPD) vom 31. Januar zur Pfalzfrage im Bayerischen Landtag hin. Die Bayerische Staatsregierung, der Landesverband der Pfälzer und der Bund der Pfalzfreunde in Bayern, sowie in der Pfalz der Bund Bayern und Pfalz (1973 aufgelöst) versuchten im April 1956 mit einem Volksbegehren die von Bayern 1946 abgetrennte Pfalz wieder zum Freistaat zurück zu holen. Teil der Propaganda für die Rückgewinnung der Pfalz war auch die Gründung einer Pfälzer Weinprobierstube in der Münchner Residenz 1950, die heutige Pfälzer Residenz Weinstube, sowie die Herausgabe der Zeitschrift Die Pfalz 1949 (vor 2001: Stimme der Pfalz). Das Interesse der Pfälzerinnen und Pfälzer am Volksbegehren im April 1956 war jedoch auch aufgrund der Aufbruchstimmung nach dem Zweiten Weltkrieg nicht allzu groß. Nur 7,6 Prozent stimmten damals für Bayern.

